Das Geräusch einer Schnecke beim Essen. Elisabeth Tova Bailey

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Beschreibung des Inhalts

Dieses wunderbare Buch ist nun in einer Sonderausgabe in deutscher Sprache erhältlich. Die Autorin verknüpft auf harmonische Weise unterschiedliche Themen: da ist die schwere Krankheit der Ich-Erzählerin, da ist die Beobachtung einer Schnecke durch die Erzählerin und da sind vielfältige Hintergrundinformationen zur Biologie der Schnecken.

Ergebnis ist ein ungewöhnliches Buch: Es kommt leise daher, ganz und gar unprätentiös, die Sprache ist einfach, klar, unsentimental. Dennoch vermittelt die Autorin einen Zauber, der durch die Verschränkung so unterschiedlicher Lebewesen wie eines Menschen und einer Schnecke entsteht, deren Gemeinsamkeiten sie anhand vieler Aspekte ihrer jeweiligen Lebendigkeit darstellt.

Leseprobe

„Ich betrachtete die gewundene Schale meiner Schnecke von außen, doch wie mochte es wohl sein, im Innen eines solchen Gebildes zu leben? Einen Monat vor Ausbruch meiner  Krankheit hatte ich das Guggenheim Museum in New York besucht. Auf dem Weg zurück nach unten war ich auf halber Höhe der spiralförmigen Rampe im Inneren des Rundbaus stehen geblieben. Mit schwindelte, wenn ich, die Windungen der Rampe über und unter mir, hinauf oder zum fernen Erdgeschoß hinab blickte. Jetzt versuchte ich mir vorzustellen, wie es wäre, im Verhältnis zum Guggenheim so groß zu sein wie die Schnecke im Verhältnis zu ihrem Gehäuse, so dass mein Kopf aus dem Eingang ragte und mein Körper sich innerhalb der Rotunde bis ganz nach oben wände.“

Buch-Empfehlung

Das Buch ist geeignet, um innezuhalten, ist jedoch nie langweilig. Dies liegt auch an der sehr guten Übersetzung aus dem Amerikanischen, die vergessen lässt, eine Übersetzung zu lesen. Das Buch ist eine Empfehlung für eine Zugreise, einen Nachmittag mit Tee, einen Abend allein.  Gelesen habe ich die schön gestaltete Taschenbuchausgabe von 2015.

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