Und sie fliegt doch. Dave Goulson

Diese „Kurze Geschichte der Hummel“ ist ein Buch voller Geschichten, Anekdoten, Naturbeobachtungen und wissenschaftlichem Wissen über die Hummel.

Das Wichtigste: es ist ein unterhaltsames, sehr gut lesbares Buch, ganz in der Tradition bester britischer Sachbücher.

Das Zweitwichtigste: Jede Leserin und jeder Leser sollte sofort den eigenen Garten durch Hummel-freundliche Pflanzen bereichern, um auf diese Weise den Hummeln Nahrung zu bieten und ihr Aussterben zu verhindern.

Das Aussterben der Hummeln

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs sind viele Hummelarten auf der Welt seltener geworden oder verschwunden. Das ist unglücklich, da Hummeln zusammen mit Schmetterlingen viele unserer Nutzpflanzen bestäuben. Da jedoch die Wildblumen-Wiesen in Europa immer weniger geworden sind, fehlt den Hummeln die Nahrung. Hummeln brauchen mehrere Tausend Blüten pro Tag während des Hummel-Sommers. Ihre Hauptnahrungsquelle sind Wildblumen, die auf Magerwiesen spezialisiert sind. Keine Magerwiesen, keine Wildblumen, keine Hummeln, keine Bestäubung.

Inhalte von „Und sie fliegt doch“

Das Buch von Dave Goulson erzählt von der Evolution und der Lebensweise von Hummeln, ihrer Genetik und Fortpflanzung, Krankheiten und Parasiten und beschreibt das Hummeljahr. Eingestreute Berichte von seinen Forschungsprojekten verdeutlichen, wie wenig wir über die Hummel wissen. Auf jeder der 311 Seiten des Buchs wird die ungeheure Faszination deutlich, die Goulson von Kind an für Hummeln verspürt hat. Besprechung durch „Spektrum“ hier.

Heute hat sich – so der Autor – weltweit die kommerzielle Besteubung von Nutzpflanzen in großem Stil durch gezüchtete Hummelvölker durchgesetzt: „Wenn Sie das nächste Mal Heinz Tomatenketchup auf Ihre Portion Pommes spritzen, denken Sie einmal über das Wesen der modernen Welt nach. Ihr Ketchup wurde höchstwahrscheinlich in den Niederlanden hergestellt und zwar aus spanischen Tomaten; die Bestäubung fand durch türkische Hummeln statt, die ihrerseits in einem Betrieb in der Slovakei gezüchtet wurden. (…) Denken Sie vielleicht auch einmal daran, dass jede von Ihnen verzehrte Gurke, Aubergine, Stangenbohne, schwarze Johannisbeere und Paprika von einer Hummel bestäubt wurde.“

Pflanzen für Hummeln

Die Blüten von Weißdorn, Brombeeren und Raps locken die kleinsten Hummelarten an; die Blüten von Skabiosen-Flockenblumen und Ackerbohnen die größten. Weiß- und Rotklee, Natternkopf, Lavendel, Beinwell, Stockrose und Lupine finden Hummeln generell attraktiv. Nach der Winterruhe sind Salweiden für Hummeln eine wichtige Nahrungsquelle. Wer viel Platz hat, kann und sollte eine Wildblumenwiese anlegen, die nur einmal im Jahr gemäht und nicht gedüngt wird. Bei Kräuterallerlei und im NRD-Ratgeber finden sich Informationen zu Pflanzen, die Hummeln lieben.

Außerdem wurde durch Goulson ein Verein ins Leben gerufen, der es sich zur Aufgabe macht, Großbritannien zu einem Hummel-freundlicheren Land zu machen; der Bumblebee Conservation Trust, BBCT.

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