Cranford. Elisabeth Gaskell

„Cranford“ von Elisabeth Gaskell ist ein Buch, in welchem nichts passiert; so könnte man sagen. Oder aber auch, es ist ein Buch, in dem sehr viel Aufregendes passiert. Beide Aussagen wären richtig.

Das Buch ist zunächst zwischen 1851 und 1853 im Magazin „Household Words“ – herausgegeben von Charles Dickens – erschienen, als Buch dann 1853. Der Roman gehört zu den bekannteren Werken Gaskells. Nach ihrem Tod wurde er außerordentlich populär.

Die Autorin

Elizabeth Cleghorn Gaskell, (1810 – 1865), war eine Englische Autorin, die sich in ihren Werken intensiv mit der Viktorianischen Gesellschaft beschäftigte. Sie schuf darin detaillierte Porträts von Personen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten. Ihre bekanntesten Romane neben „Cranford“ sind „North and South“ und „Wives and Daughters“.

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Ein Buch mit ganz viel und ganz wenig Handlung

Inhalte des Buchs umfassen den Bankrott einer Bank, mehrere Todesfälle, Armut, die Künste eines Magiers, lang vergangene sowie aktuelle Liebesgeschichten und eine gewalttätige Gang. Zu den weniger dramatischen Inhalten gehören Besuche, sehr dünnes Butterbrot, die Wahl von Kleidern und „Bonnets“ und eine Kuh ohne Fell…

„In the first place, Cranford is in possession of the Amazons; all the holders of houses, above a certain rent, are women. If a married couple come to settle in the town, somehow the gentleman disappears; he is either fairly frightened to death by being the only man in the Cranford evening parties, or he is accounted for by being with his regiment, his ship (…) In short, whatever does become of the gentlemen, they are not in Cranford.”

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Es gibt keine durchgehende Handlung, eher eine Sammlung zart satirischer Sketche. Diese zeigen das Leben in einer kleinen Stadt zu Viktorianischer Zeit. Die Lebensgewohnheiten und Werte sind mit großer Sympathie für das fast schon Vergangene geschildert. Die Geschehnisse werden aus der Sicht einer jungen Frau, Mary Smith, berichtet, die regelmäßig die kleine Stadt besucht.

„“But, Martha“, said I, cutting in while she wiped her eyes. “Don’t `but Martha´me”, she replied to my deprecatory tone. “Listen to reason…” “I’ll not listen to reason”, she said, now in full possession of her voice, which had been rather choked with sobbing.“ “Reason always means what someone else has to say. Now I think what I’ve got to say is good enough reason; but reason or not. I’ll say it, and I’ll stick to it.””

Jane Austen bissfrei

Mrs. Gaskells Nähe zu Jane Austen ist auf jeder Seite von „Cranford“ zu spüren. Allerdings ist dies eine Art Austen ohne Biss, ohne Boshaftigkeit. Als hätte man viel Wasser in Wein gegossen. Dennoch ist „Cranford“ eines der Bücher, die ich über die Jahre schon häufig gelesen habe. Es ist ein heiteres Buch für stürmische Zeiten, es beruhigt die Seele…

Wie sollte es auch anders sein, wenn im Buch die Wahl einer Haube das gleiche Gewicht hat wie der Tod einer Nachbarin?

Langenscheidt: Griechisch mit System. Athanasios Anastasiadis und Anastasia Kalpakidou

Eigentlich sollten die bei Langenscheidt doch wissen, wie man Sprachlehrbücher macht, oder? Damit sind sie groß geworden, dafür steht der Verlag, das ist ihre Kernkompetenz. Zumindest in diesem Griechisch-Lehrbuch machen sie es aber schwerer als nötig. Vielleicht weil Griechisch eine Randsprache ist, die sowieso kaum einer lernen will?

Was ist gut?
Alles in einem Band bis zum Niveau B1. Gut gesprochene CDs. Recht aktuelle Texte, erfreulich unverstaubt.

Und was nicht?
Erschreckend viel. Die Vokabeltabellen pro Lektion enthalten nicht alle Worte, die man in dieser Lektion lernen soll. Manchmal tauchen die Worte nicht in ihrer Grundform auf. Der Grammatik-Überblick im Anhang bietet nur Verbtabellen, aber nichts zu den Substantiven. Viel zu viel Stoff pro Lektion, auf jeden Fall ab der Mitte des Buchs. Unnötige Vorgriffe in frühen Lektionen – ohne Erläuterung – auf Inhalte, die viel später kommen. Zu kurze Erläuterungen oder auch mal gar keine. Und generell ist das Buch nur für Leute geschrieben, die ihren Zugang zu einer Sprache über die Grammatik mit ihren Fachbegriffen finden.

Ein paar Beispiele für den typischen Langenscheidt-Stil:
„Eine kleine Besonderheit sollten Sie sich hinsichtlich der Betonung merken: Ein mehrsilbiges Substantiv, das auf der drittletzten Silbe betont wird, erhält einen zweiten Akzent auf der letzten Silbe, wenn ihm ein Personalpronomen folgt.“

„Das Kennzeichen des Aoriststamms ist der s-Laut. Er wird an den Stammauslaut angefügt, so dass der Aoriststamm entweder auf [s] (σ), [ps] (ψ) oder [ks] (ξ) endet. In diesen Fällen sprechen wir vom sigmatischen Aoriststamm (s=Sigma).“

„Verwechseln Sie nicht das paratatische Futur (…) oder das aoristische Futur (…) mit dem Konditional (…)!“

Ich lerne gerne Sprachen und auch ziemlich viele. Mir fällt das eher leicht. Auch kann ich schon Alt-Griechisch. Wie sollen denn andere über die Hürden dieses Buchs kommen, wenn ich da schon zu kämpfen habe?